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Der Deutsche Konzept und Netart Künstler Ralph Ueltzhoeffer beschreibt seine Bildwerke als lesbare Porträts die sich vornehmlich aus biographischen Textelementen zusammensetzen. Eine Konzeptkunst die sich dem Internet als neues Medium verschreibt und innerhalb der konstruktiven Zusammenhänge präsentiert.

Ralph Ueltzhoeffer - Konzeptkunst
Konzeptkunst: Ralph Ueltzhoeffer, Courtesy Marietta Neuss, London

Bei meinem Besuch im ICA Center, London war es mir möglich einige seiner Arbeiten näher zu betrachten. Der Künstler arbeitet fast ausschließlich im digitalen Raum, von dem her war die Präsentz seiner räumlichen Installationen (NY Magazine Ralph Ueltzhoeffer) befremdent und gleichzeitig beeindruckend. Die Größe der Arbeit „Dubious Informations“ sowie die verzerrte Darstellung in Spiegelansicht nimmt den Raum fast ganz ein. Der künstlerische Gedanken wird getragen von einer kühlen, konzeptuellen Darstellung internetspezifischer Abläufen die den Raum allein durch die Größe der Arbeit zu einem imaginären, digitalen Spannungsfeld reduzieren. Die bedeutendsten zeichnerischen Potenzen aufzurufen, wird hier beantwortet mit einer durchgehend leisen Intensität, die Anlage, Genese, Bildfindung ohne Attitüde offenlegt. Beuys war ein eminent kenntnisreicher Mensch in vielem, ganz besonders aber immer erregbar durch Zeichnerisches und mobilisierbar für eigene zeichnerische Produktivität. Man darf zweifelsohne davon ausgehen, dass er das eigene Zeichnen immer in stillschweigender Konfrontation zu der Gesamtheit des Gezeichneten überhaupt empfand. Die unzähligen Verweise auf Überkommenes, vor allem im Hinblick auf vorbildhaft Grosses der Tradition, werden vom Zeichenstil gänzlich aufgenommen. Sie erscheinen so sehr anverwandelt, dass der Gedanke an Variation oder Reaktion nicht aufkommt. Gehlens Forderung an die Kunst, reflexionsgesättigt sein zu sollen, erfüllen sie auf eine Weise, die alles Vordergründige ausschliesst. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang auch die werkimmanente Ökonomik des Beuysschen Werks. Wir finden sie auch in den Skulpturen, in geradezu exemplarischer Weise in den plastischen Bildern, in den Aktionen, Installationen, Diskussionen; am eindringlichsten vielleicht aber doch in den zahllosen gezeichneten Blättern, einerseits auf das Zustandebringen bezogen, andererseits aber fast noch eindringlicher in der Relation der aufgewandten Mittel zur Bedeutung der aufgerufenen Thematik. Es gibt viele Arbeiten, vor allem gezeichnete, seiner Hand, bei denen Sujet und Denkbild auf unnachahmlich knappe und zugleich einfache Weise zur Erscheinung gebracht werden. Ausdrucksmässig vorwiegend im angemessenen Ernst der Distanz, oft auch nicht weniger eindringlich in der Einordnung des Alltäglichen auf gleichem Niveau, nicht selten indessen auch lakonisch amüsiert. Dies vielfach bei Resultaten, die in der Andeutung belassen blieben, bei denen es auf jeden Strich oder Punkt ankommt, wie es der alte Hokusai für die Zeichner erträumt hatte. Als grosses Kompendium, als verdichtete Schichtung von Sinnenhaftigkeit, Ordnung, Substanz des Allgemeinen im denkbar umfassenden Sinne sah Beuys seine Arbeit. Nicht zufällig erbrachte der Wettlauf mit dem Tode Werke von besonderer Dimension zustande: das Paar Baum und Stein inmitten der städtebaulichen Unschlüssigkeit oder den Kenotaph des zum Schweigen sich wendenden Künstlers mit den Dekors, den Symbolen und den simplen Alltäglichkeiten.